Synode entscheidet sich für Regionalisierung

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Synode entscheidet sich für Regionalisierung

Ungelesener Beitragvon Admin2025 » Mo 18. Apr 2016, 09:18

Auf der Internetseite des Kirchenkreises SL-FL
wurde berichtet über die Synode des Kirchenkreises vom 15.04.2016:

Synode beschließt Kirchenregionen und Pfarrstellenrahmenplan

Birgit Hinsche erläutert das Blankeneser Modell

Exakt 6 Stunden und 2 Minuten brauchten die 95 anwesenden Synodalen, um auf der Synodentagung am Freitag, 15. April 2016 im Gemeindehaus St. Jürgen zu Flensburg alle Punkte ihrer Tagesordnung zu bearbeiten und dabei die Weichen zu stellen, das kirchliche Leben im gesamten Kreisgebiet Schleswig-Flensburg langfristig zu gestalten.

In fairer und konstruktiver Diskussion berieten und beschlossen sie, die Kirchengemeinden - wie vom Kirchenkreisrat vorgeschlagen - künftig zu gemeindlichen Kirchenregionen zuzuordnen, stimmten über den zukünftigen Pfarrstellenrahmenplan ab und darüber, wie gemeinsame Gelder für Bau- bzw. größere Bauunterhaltungsmaßnahmen verteilt werden sollen.

Vor diesen Synodenentscheidungen hatten verschiedene Kirchengemeinden - insbesondere aus der Propstei Angeln - in einem fast zwei Jahre dauernden Beteiligungsprozess verschiedene Kritikpunkte an den vorgeschlagenen Modellen eingebracht. Noch direkt vor Synodenbeginn wiesen circa zehn Mitglieder insbesondere aus kleinen Gemeinden in der Propstei Angeln mit Musik und Flugblättern darauf hin, dass ihrer Meinung nach durch die Reduzierung von Pfarrstellen in ländlichen Gemeinden die Basis des kirchlichen Lebens zerstört werde. Sie forderten, die Beschlüsse über Regionalsierung und Pfarrstellen auf später zu verschieben, alternative Modelle zu prüfen und eher die angeblich hohe Zahl von Kirchenkreispfarrstellen zu reduzieren.

In ihrem Eingangsstatement zu den Tagesordnungspunkten "Kirchenregionen" und "Pfarrstellenrahmenplan" ging Pröpstin Johanna Lenz-Aude noch einmal auf die verschiedenen Kritikpunkte der schriftlichen Stellungnahmen der Kirchengemeinden ein und begründete, warum der Kirchenkreisrat sowohl die Kirchenregionen als auch den Pfarrstellenrahmenplan vorschlägt. Es müsse Pläne geben, die ein auskömmliches Wirtschaften sichern und die den Mitgliederverlust von jährlich ca. 2.500 Kirchenmitgliedern sowie die demografische Entwicklung berücksichtigen. Außerdem sei damit zu rechnen, dass nach einer Ruhestandswelle Mitte der 2020er Jahre nur noch weniger Pastoren zur Verfügung ständen als heute.

Sie sagte: "Unsere Aufgabe ist es, diese Veränderungen mit zu gestalten, Lebensräume attraktiv zu gestalten und unsere Botschaft von Gottes Menschennähe und -freundlichkeit einzubringen in den Kontext menschlicher Lebenswelten. Wir wollen es nicht dem Zufall überlassen, wo künftig Pastoren sein werden und wo nicht, sondern planvoll sicherstellen, dass die Menschen in der Fläche mit kirchlichen Angeboten und pastoraler Begleitung versorgt sind." Derzeit sei die pastorale Begleitung je nach Kirchengemeinde sehr unterschiedlich und reiche von 761 bis 3.000 Mitgliedern, für die ein Pastor / einer Pastorin zuständig sei. Eine Angleichung müsse her.

Bei der Einteilung in Kirchenregionen gehe es laut Erläuterung von Pröpstin Lenz-Aude darum, dass die Kirchengemeinden selbstbestimmt und in eigener Verantwortung und Gestaltung zusammenarbeiten - zum Beispiel mit gemeinsamen Gottesdienstkonzepten, bei der Jugendarbeit und dem Konfirmandenunterricht. Auch Gebäudefragen könnten in Regionen besser beraten werden als gemeindebezogen.
In der Diskussion dieser Tagesordnungspunkte waren zentrale Fragen, ob die Entscheidungen über regionale Zusammenarbeit und Pfarrstellen besser auf später vertagt werden sollen und ob als Bemessungsgrundlage für die Pastorenstellen die Regionen als Bezugsgröße dienen können oder ob jeder Kirchengemeinde der entsprechende Pfarrstellenanteil zugewiesen werden soll.

Dazu hatte auch Bischof Gothart Magaard am Vormittag der Tagung noch einmal schriftlich Stellung genommen. Er schrieb: "Die Bildung von Kirchenregionen begrüße ich ausdrücklich, weil sich die Kirchengemeinden … gegenseitig … unterstützen können." Der neue Pfarrstellenplan stelle eine schwerwiegende Veränderung dar, die zahlreichen Stellungnahmen seien Ausdruck von Sorgen und Unverständnis. Er schrieb: "So sehr ich jede Kürzung und Streichung von Pfarrstellen bedaure, so wenig sehe ich … in Kenntnis ähnlicher Entscheidungsprozesse … in anderen Kirchenkreisen … eine Möglichkeit, die Beschlussvorlage in Frage zu stellen. Bischof Gothart Magaard empfahl, professionelle Beratungsunterstützung und eine Evaluierung im Jahre 2020. Dass eine Pfarrstelle allerdings einer Kirchenregion anstatt einer oder mehreren Gemeinden zugeordnet würde, hielt er rechtlich für bedenklich. Die Kirchenregionen könnten zwar Bemessungsgrundlage sein, müssten jedoch als Gemeinde- oder Verbundpfarrstellen oder Pfarrsprengel ausgewiesen werden.
Auch haben die Synodalen während ihrer Sitzung ausführlich eine alternative Berechnungsgrundlage für die Pfarrstellenverteilung diskutiert und in der späteren Abstimmung dann verworfen. Bei diesem so genannten "Blankeneser Modell" wären bei der Berechnung zusätzlich zur Gemeindemitgliederzahl weitere Faktoren wie die Zahl der Nichtmitglieder, Amtshandlungen und Predigtstätten einbezogen worden - allerdings mit ähnlichem Ergebnis wie das Kirchenkreismodell, wenn davon ausgegangen wird, dass künftig 67,75 Gemeindepfarrstellen zur Verfügung stehen sollen.

Der nun beschlossene künftige Pfarrstellenrahmenplan, der im Laufe der nächsten 10 - 15 Jahre bei Gelegenheit umgesetzt werden soll, sieht vor, dass die Bemessungsgrundlage für die Pfarrstellen die so genannten Kirchenregionen bilden und ein Pastor / eine Pastorin für jeweils rund 2.400 Gemeindemitglieder zuständig sein soll. Damit stehen für die 163.000 Kirchenmitglieder in Schleswig-Flensburg und Flensburg künftig Pastorinnen und Pastoren mit einem Stellenumfang von 67,75 statt derzeit 79,5 Stellen zur Verfügung. Dazu kommen 15,75 Kirchenkreispfarrstellen sowie 4 Pfarrstellen für Vertretungsdienste.

Als weiteren Tagesordnungspunkt widmeten sich die Synodalen während ihrer Tagung der Frage, wie künftig Gemeinschaftsmittel für Bauinvestitionen oder größere Bauunterhaltungsmaßnahmen verteilt werden sollen. Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Pastor Thoma Nolte, erläuterte, dass zahlreiche Bauunterhaltungsmaßnahmen anstünden und gleichzeitig die Kosten für jede einzelne Maßnahme steige - so sei für die Sanierung eines Glockenstapels mittlerweile mit ca. 300.000 Euro zu rechnen.
"In der Vergangenheit sind größere Baumaßnahmen meist aus Rücklagen oder aus Überschüssen finanziert worden", erklärte Nolte, "seit der Fusion der drei ehemaligen Kirchenkreise Schleswig, Flensburg und Angeln allein mit 14 Millionen Euro." Das Problem: Wenn diese Rücklagen erschöpft sind und Baumaßnahmen aus den Kirchensteuern finanziert werden müssen, stünden sowohl Kirchengemeinden als auch Kirchenkreis weniger Geld für ihre Aufgaben zur Verfügung.
Um die begrenzten Mittel künftig transparent und nachvollziehbar vergeben zu können, haben die Synodalen einstimmig die von Pastor Nolte vorgeschlagene "Richtlinie über die Zuweisung von Gemeinschaftsmitteln für Baumaßnahmen und größere Bauunterhaltungsmaßnahmen" beschlossen. Die Richtlinien fordern, perspektivisch den Gebäudebestand auf das Maß zu verringern, das für den Auftrag der Kirchengemeinden und des Kirchenkreises notwendig ist und legen fest, nach welchen Prioritäten die Mittel künftig vergeben werden. So müssen die Kirchengemeinden beispielsweise ihren Baubedarf in den jeweiligen Kirchenregionen abstimmen und gemeinsam mit der Bauabteilung eine Prioritätenfolge für die Region festlegen. Demnach können jährlich pro Region bis zu zwei Baumaßnahmen gefördert werden. Übergangsregelungen für bereits beschlossene oder noch nicht fertig gestellte Maßnahmen sind vorgesehen.
Das Tagungsfazit des Präses der Synode, Henning Lüthke: "Wir haben heute nach einer erfreulich lebhaften und fairen Diskussion wichtige Beschlüsse gefasst. Diese Beschlüsse lassen mich hoffen, dass es auch in Zukunft in unserem Kirchenkreis ein vielfältiges kirchliches Angebot geben wird."

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Der Text wurde veröffentlicht auf der Internetseite des Kirchenkreises SL-FL
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