Pfarrstellenberechnung nach dem Modell Plön Segeberg

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Pfarrstellenberechnung nach dem Modell Plön Segeberg

Ungelesener Beitragvon Admin2025 » Fr 5. Jun 2015, 16:58

Sascha Scholz, Pastor in Steinbergkirche, hat am 23.Mai 2015 einen Brief an den Propsteikonvent Angeln verfasst,
der Grundlagen des Modells aus dem Kirchenkreis Plön-Segeberg skizziert.
Eine entsprechende Berechnung für den Kirchenkreis SL-FL wurde beigefügt.

In seinem Brief schreibt Pastor Sascha Scholz (die kurze Einleitung mit einer persönlichen Informationen habe ich aus datenschutzrechtlichen Gründen ausgelassen):

"Ich habe während des Pfarrstellenumbaus im Kirchenkreis Neumünster gerade Vikariat gemacht.

Auch dort gab es zunächst völlig verhärtete Fronten, die allerdings niemanden weiter gebracht haben.

Die Landgemeinden haben auch dort (meiner Meinung nach berechtigt) bemängelt, dass eine Verteilung rein nach Gemeindegliedern nicht die Realität in den Gemeinden wiederspiegelt.

Zum Beispiel wurde festgestellt, dass eine Neumünsteraner Stadtgemeinde mit über 3000 Gemeindegliedern nicht mehr Amtshandlungen hatte als eine kleine Landgemeinde mit 1500 Gemeindegliedern.

Deshalb wurde mit Hilfe von Jens Voss (damals Personalentwickler, ist wohl jetzt Pastor in Holtenau  kennt ihn jemand???) nach dem Blankeneser Konzept folgender Verteilungsschlüssel entwickelt (ganz wichtig war damals allen Beteiligten, dass es hierbei niemals um eine Pfarrstellenbemessung gehen kann, sondern immer nur um eine möglichst gerechte Verteilung der Kapazitäten):

1. Die Gesamtzahl der Gemeindepfarrstellen wird festgelegt (kann man sowohl rechnen mit der bisherigen Zahl, als auch mit der neu angestrebten)

2. Anschließend werden sie nach festgelegten Kriterien unter den Gemeinden aufgeteilt (Zusätzlich kann der KK Stellen beschließen, die gewisse Ungerechtigkeiten oder Sondersituationen ausgleichen)

3. Um die Gemeinden möglichst gerecht mit Pfarrstellen zu versorgen, wird folgender Schlüssel angewandt:
a. Die Zahl der Gemeindeglieder (Bruchteil Gem.gl. an GesamtKK) in einer Gemeinde wird mit 45% gewichtet
b. Die Zahl der in der Gemeinde wohnenden Nichtmitglieder (Bruchteil. Nicht-Gem.gl. an GesamtKK) wird mit 15% gewichtet
c. Die Zahl der Amtshandlungen (Bruchteil der Amtshandlungen des KK) wird mit 25% gewichtet
d. Die Zahl der anerkannten Predigtstätten (Bruchteil an der Summe d. Predigtstellen) wird mit 14% gewichtet

4. Weitere 1% der zu verteilenden VBE entfallen auf die Aufstockung, mit der jede Gemeinde mind. eine ganze Pfarrstelle hat (die kleinste Gemeinde lag dabei allerdings bei ca. 1450 Gemeindegliedern)

5. Wenn a-d + 4. summiert werden ergibt sich eine Pfarrstellengröße pro Kirchengemeinde

Ganz wichtig war, dass es nur wenige, dafür aber aussagekräftige Kriterien geben sollte. Und dass damit nur das Pflichtprogramm abgebildet werden sollte. Alles, was bestimmte Pastoren zwar liebgewonnen haben (Wir haben so einen tollen Chor; Ich muss unsere Pfadfinderarbeit stützen; Unser Friedhof erfordert viel Einsatz; ect.) aber eben Kür und nicht Pflichtprogramm waren, sollten außen vor gelassen werden. Ich denke, um irgendwie objektiv zu einer einigermaßen gerechten Verteilung der verbliebenen Stellen zu kommen, ist das unerlässlich. So schmerzhaft das auch im Einzelfall auch sein mag.
Eine Entscheidung des Kirchenkreises Neumünster war damals auch, nicht mit ¼ Stellen, sondern immer mit ½ Stellen zu rechnen.
Vielleicht ist ein solches oder ähnliches Modell ja geeignet, für unseren Kirchenkreis entwickelt zu werden, damit es etwas gerechter zugeht und niemand das Gefühl haben muss, über den Tisch gezogen zu werden.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass ja immer gesagt wird, die Landgemeinde schrumpfen so stark und die Stadtgemeinden würden wachsen.
In Neumünster haben wir damals festgestellt (reale Zahlen müssen dafür auf den Tisch!), dass die großen Innenstadtgemeinden in 10 Jahren um ca. 2000-3000 Gemeindeglieder geschrumpft sind, während kleine Landgemeinden im gleichen Zeitraum 50-60 Gemeindeglieder verloren haben. Da würde mich auch der Realzustand mit harten Fakten in unserem Kirchenkreis einmal interessieren. So wird immer nur gemutmaßt.

Im Übrigen habe ich unsere Finanzsatzung einmal mit verschiedenen anderen Kirchenkreisen verglichen und festgestellt, dass ich unsere an einigen Stellen ziemlich schwammig finde. Da lohnt es sich auch noch einmal genau hin- und auch über den Teller zu schauen.
Und ich fand interessant, dass z.B. in Plön-Segeberg kleine Gemeinden unter 2000 Gemeindegliedern erst einmal einen Grundbetrag von 5.000.-€ bekommen. Und zwar bevor der Rest verteilt wird. Damit werden die kleinen Gemeinden sehr gestützt. Aber das scheint ja bei uns nicht gewollt zu sein. Oder ich verstehe es nicht richtig.

Ich würde es jedenfalls sehr begrüßen, wenn wir von dem wir und „die Anderen“ wegkommen und versuchen, möglichst an harten Zahlen zu ermitteln, wie die pfarramtliche Versorgung am Gerechtesten verteilt werden kann. Denn, dass eingespart werden muss ist klar und dass es im Moment nicht gerecht verteilt ist eigentlich auch (vergleiche: Quern-neukirchen und Sieverstedt).
Und es kann ja durchaus auch sein, dass die Landgemeinden auch bei einem solchen Schlüssel nicht besser wegkommen, aber ich könnte das mit realen Zahlen und ohne so viele Mutmaßungen viel besser vor mir und auch anderen vertreten."

Modell_Scholz.pdf
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Bild Römerbrief 1,16 . . Bild admin@kirche2025.de . . Bild notfalls: 0172-4166183

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